Vorwort zum Programm Januar bis Juli 2018

 

 

„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen."
Antoine de Saint-Exupery

Liebe Leserinnen und Leser!

Ein junger Mann betrat im Traum einen Laden. Hinter der Theke stand ein Engel. Der Mann fragte ihn: „Was verkaufen Sie?" Der Engel antwortete freundlich: „Alles, was Sie wollen". Der junge Mann begann aufzuzählen: „Dann hätte ich gerne das Ende aller Kriege in der Welt, Brot für die Hungrigen, Arbeit für die Arbeitslosen, Heilung für die Kranken, Trost für die Trauernden, mehr Liebe in der Welt und ...und..." Da fiel ihm der Engel ins Wort: „Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich falsch verstanden. Bei mir gibt es keine Früchte, bei mir gibt es nur den Samen". „ Die Früchte gibt es nicht zum Nulltarif," möchte ich ergänzen.

Um im Bild zu bleiben – jeder, der sät um zu ernten, ob als Existenzgrundlage oder für den privaten Gebrauch, weiß, welche Mühe es kostet, die gesäten Körner, die gepflanzten Keimlinge zur reifen Frucht zu bringen: der Boden, die Grundlage, ist zu lockern, zu düngen, von Schädlingen zu befreien; sodann gilt es die heranwachsenden Pflanzen zu pflegen, Hindernisse zu beseitigen, für Wasser, Licht und Wärme zu sorgen bzw. darauf zu hoffen – immer eine reiche Ernte vor Augen, die unser Leben sichert und uns mit Glück erfüllt.

„Gottes Garten seid ihr" (1Kor 3,9)
Paulus greift die je eigene Lebenserfahrung von Feld- und Gartenarbeit als Bild für die Kirche Jesu Christi auf. Er schreibt: „Was ist denn Apollos? Und was ist Paulus? Ihr seid durch sie zum Glauben gekommen. Sie sind also Diener, jeder, wie der Herr es ihm gegeben hat: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen. So ist also weder der etwas, der pflanzt, noch der, der begießt, sondern nur Gott, der wachsen lässt. Wer pflanzt und wer begießt: beide arbeiten am gleichen Werk. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter. Ihr seid Gottes Garten!" Paulus bringt mit diesem Bild von der Kirche zum Ausdruck, dass Gott dem Menschen mit seiner guten Schöpfung bereits alles gegeben hat, was er zum Leben braucht. Nun ist es die Aufgabe des Menschen, diesen guten Garten Gottes zu hegen und zu pflegen und zwar in doppelter Funktion:als Pflanze, die Früchte tragen soll, und zugleich als Verantwortlicher für das Gedeihen des Gartens, für das Gedeihen der Pflanzen – und zwar nach je eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Für diese Aufgaben benötigen wir immer wieder das Sich - Bewusstwerden unserer Handlungsgrundlage und die Erneuerung unserer Kraftquellen, aus denen wir schöpfen können, damit der Garten Gottes als Ort des Lebens und der Hoffnung erfahrbar werden kann.

-> „Frauen auf dem Weg" laden zu Beginn der österlichen Bußzeit zum „Aschermittwoch der Frauen" ein. Mit dem Ezechiel-Vers „Siehe, ich lege Odem in euch, dass ihr wieder lebendig werdet!" (Ez 7,5) wird Frau Prof´in Dr. Agnes Wuckelt anhand zahlreicher alttestamentlicher Bilder – u.a. mit dem Bild der aus einem Samenkorn wachsenden Pflanze – die Sehnsucht des Menschen nach Leben über den Tod hinaus und damit die Hoffnung auf eine persönliche und liebevolle Begegnung mit Gott veranschaulichen.

-> Mit „Johannes vom Kreuz", einem Weggefährten Teresas von Avila, begeben wir uns mit Frau Prof´in Dr. Ilse Kerremans auf den Weg der wachsenden Gottesbeziehung als Kraftquelle unseres Glaubens.

-> Beten, das Gespräch mit dem Vater, spielt in Jesu Leben eine • zentrale Rolle. Von Anfang an? Oder wer lehrte Jesus beten? Gehörte das Beten zu seinem Glaubenslernprozess? Musste Jesus überhaupt glauben lernen? Diesen Fragen wird Dr. theol. Wilhelm Bruners nachgehen.

 

 

 

-> Als Mitarbeiter Gottes tragen wir alle gleichermaßen Verantwortung in Gottes Garten und als Gottes Garten selbst. Paulus unterscheidet dabei nicht zwischen Mann und Frau. In welcher Weise dieses Gleichheitsprinzip in der frühen Kirche durch das Amt der Diakonin Umsetzung fand, erläutert uns Frau Prof´in Dr. Christiane Koch

„Gottes Garten seid ihr!" - Mit diesem Appell des Apostels Paulus möchte der Vorstand des Bildungswerkes Sie ermuntern, die Angebote der zentralen Veranstaltungen des kbws, des BILDungsPUNKTES und der Gemeinden sorgfältig zu studieren und zu nutzen.

Herlinde Jolk -1.Vors. Kbw -