Aufschlussreicher Fachtag zum Thema „Umgang mit rechtspopulistischer Stimmungsmache“

Am Samstag, den 5. Mai hatte die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung Arnsberg in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Arnsberg in das Gemeinsame Kirchenzentrum in Meschede eingeladen, um Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe die Möglichkeit zu bieten, einen angemessenen Umgang mit fremdenfeindlichen Parolen zu erlernen und den massiven Vorurteilen in der Flüchtlingspolitik entgegenzuwirken.

Als Referent konnte Dr. Andreas Fisch vom Sozialinstitut der Kommende Dortmund gewonnen werden, der am Vormittag im Rahmen eines Impulsvortrages  zum Thema „Von berechtigten Sorgen und rechtspopulistischen Mythen zur Flüchtlingspolitik. Fakten zu angstbesetzten Themen“ aufschlussreich präsentierte, dass die häufigste Strategie von Rechtspopulisten die Aneinanderreihung von negativen Bespielen ist, wie „Flüchtlinge sind alle kriminell“ oder die Flüchtlinge nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg. Oft gebe es für diese Aussagen aber keine Belege oder sie seien auf einen ganz anderen Hintergrund bezogen, äußerte Dr. Andreas Fisch. Der Experte sprach ebenfalls von „selbstgebastelten Wirklichkeiten und zielgerichteten Manipulation“. Damit sei gemeint, dass Rechtspopulist bewusst selbstgebastelte Wirklichkeiten bzw. nicht belegte Aussagen, wie beispielsweise „Ausländer begehen prozentual mehr Sexualstraftaten als deutsche Männer“ äußern, um gezielt Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Abschließend erläuterte der Referent, wie es zu den Übergriffen in Köln während der Silvesternacht 2015/2016 kommen konnte und wie Demagogen angemessene Grenzen gesetzt werden können.

Nach einem leckeren Mittagsimbiss leitete Herr Dr. Fisch einen Workshop zum Thema „Wie reagiere ich am besten auf rechtspopulistische Parolen?. In einzelnen Übungen wurde trainiert, wie aus Extremsituationen konstruktive Gespräche resultieren können, aber auch wie Demagogen angemessen Schranken gesetzt werden. Während des Tages hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ein aktives und kreatives Zeichen gegen Rechtspopulismus zu setzen, in dem ein gemeinsames Bild mit bunten Farben erstellt worden ist, welches im Gemeinsamen Kirchenzentrum in Meschede aufgehängt werden soll. Zum Ende der Veranstaltung dankten Carolin Redeker von der KEFB Arnsberg sowie Anna-Franziska Pich und Elisabeth Patzsch von der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Arnsberg dem Referenten für seinen aufschlussreichen Vortrag sowie allen Ehrenamtlichen für die Teilnahme an der Veranstaltung.