Dem Populismus begegnen

Am 17. November 2018 herrschte reger Betrieb in der kefb Bielefeld. Rund 40 Teilnehmer wollten den Umgang mit „platten“ Ausländerparolen und deren adäquater Erwiderung lernen.

Zu Beginn führte Stephan Polle, Leiter der kefb Bielefeld in die Thematik ein. Er sprach von einem sich stark wandelndem Klima in der Migrationsfrage. 2015 sei Deutschlands Willkommenskultur und mitmenschlicher Einsatz weltweit anerkannt und gelobt worden. Dieser barmherzigen Arbeit schlügen heute viele populistische, würdelose, ja teils menschenverachtende Parolen entgegen. Von der Mietexplosion bis zur Klimaerwärmung, an allem seien angeblich die Migranten und deren Unterstützer, die sogenannten „Gutmenschen“ Schuld, so Polle. „Gut das sich die Kirchen, im Zusammenspiel mit vielen weiteren gesellschaftlichen Gruppen, intensiv in der Migrationsarbeit engagieren und ein Leben in Freiheit und Würde in den Vordergrund stellen“, so Polle abschließend.

Dr. Andreas Fisch, Referent des Tages und Mitarbeiter der Kommende in Dortmund griff diesen Ball in einem ersten Impulsvortrag sogleich auf. „Warum werden immer soziale Fragen mit populistischen Parolen verknüpft“ fragte er in die Runde? Etwa die Wohnungs- und Rentenfrage, die Arbeitsplätze, das Kindergeld u.v.m. Erst dadurch könne Wut und Verachtung auf Minderheiten und Schutzlose gelenkt werden, weil bei all diesen sozialen Themen die Menschen meinen Mitsprechen zu können, und Bilder im Kopf vorherrschten. „Haben Sie demgegenüber schon einmal gehört dass keine Panzer mehr gekauft werden weil so viele Migranten einreisen?“ so Dr. Fisch weiter.

Eine Vielzahl weiterer populistischer Behauptungen entlarvte er durch öffentlich zugängliche Fakten. Angefangen von der deutschen Kriminalitätsstatistik bis hin zu den Zahlen des UNHCR zu den weltweiten Flüchtlingsströmen. Dabei verschwieg er nicht auch auf die Herausforderungen der Migration hinzuweisen. Dies verknüpfte er eindrucksvoll mit der Frage in welcher freiheitlichen Kultur wir denn Leben wollen, in welche freiheitliche Kultur sich die Migranten denn einleben sollen.

Im zweiten Teil des Tages wurde trainiert. Wie lassen sich populistische Aussagen im Freundes- und Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz oder in der Familie entkräften und in konstruktive Gespräche überführen? In Form von Rollenspielen wurden entsprechende Situationen vorgestellt und eingeübt.

Beim abschließenden Mittagessen waren sich alle Anwesenden einig. Ein gelungener Tag, der durch einen sehr guten Referenten und eindrucksvolle Beispiele für die weitere Migrationsarbeit sehr hilfreich ist.

Fotos: Copyright E. Hopfe