Zusammen in einem Boot

Corona läßt uns zusammen rücken. Trotz Kontaktverboten und Lockdown merken wir an vielen Stellen, dass wir die Krise nur gemeinsam bewältigen.
Ein Beispiel dafür ist das Nähprojekt der „zweiten Heimat“ in Warburg, welches die kefb schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt unterstützt hat. Angeschlossen an die Flüchtlingsunterkünfte in Warburg trafen sich Ehrenamtliche und Flüchtlinge zum gemeinsamen Nähen. Zunächst standen das Nähen und die Produkte im Vordergrund. Das gemeinsame Tun förderte jedoch nicht nur das Erlernen der Nähtechniken, sondern führte auch zum persönlichen Interesse an den anderen Mitstreiterinnen: Wie lebst Du? Erkläre mir die Hintergründe zu Feiertagen, Schul- und Gesundheitssystem, Was ist Demokratie? Und im Gegenzug: Das ist ein traditionelles Gericht aus meinem Herkunftsland – das bedeutet bei uns Ramadan…. In den Treffen ging es zunehmend um Themen, die für das gegenseitige Verständnis und damit für Integration wichtig sind.
Dann kam Corona. Treffen in der Gruppe waren nicht mehr möglich – der Bedarf an Masken stieg jedoch. Elisabeth Hermanns, die Ansprechpartnerin des Projektes beschloss, die Näharbeiten in die jeweils eigenen vier Wände zu verlegen. Andere taten es ihr gleich und so produzierten viele Frauen unterschiedlicher Herkunft für das gleiche Ziel: Hilfe dort wo sie gebraucht wird. Über den Flüchtlingsfonds konnte noch eine weitere Nähmaschine angeschafft werden und so entstanden innerhalb kurzer Zeit viele hundert Masken für soziale Träger u.a.. Die Frauen sind froh und stolz, dass sie in dieser schwierigen Situation zu einer Verbesserung beitragen können. Für uns ist das Projekt ein Beispiel für eine erfolgreiche und gelebte Integration.