Christliches Abendland vor dem Untergang?-Der Wertverlust in den Gesellschaften Europas

Der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Erzbistum Paderborn ist es gelungen, Professor Dr. Werner Münch, Ministerpräsident a.D. von Sachsen-Anhalt, nach Siegen einzuladen. Am 21.11.2018 spricht Prof. Münch im Pfarrheim St. Peter und Paul, Peter-Paul-Str. 9 über ein Thema, das uns alle angeht.

Wenn wir von Europa sprechen, meinen wir vorrangig die Staatengemeinschaft der Europäischen Gemeinschaft (EU). Diese wurde aufgebaut auf christlichen Wurzeln, was vor allem die Würde eine jeden Individuums meint, unabhängig von Geschlecht, Rang oder Volkszugehörigkeit. Menschenrechte und Menschenwürde wurden zur ethischen und moralischen Grundlage. Und sie bestimmte die Politik der zentralen Akteure im Wiederaufbau Europas: Konrad Adenauer, Alcide de Gasperi und Robert Schuman. Alle Drei hatten eine Vision von einem neuen Europa als gläubige katholische Christen mit gemeinsamen religiösen Werten und Überzeugungen.

Wenn wir uns heute zentrale Felder der europäischen Politik z.B. Ehe und Familie, bioethische Forschung, Lebensschutz, Entwicklungs- und Migrationspolitik sowie Anerkennung des Rechts ansehen, dann müssen wir feststellen, dass Europa kein gemeinsames Wertefundament mehr hat und wohl auch nicht mehr haben will. Die EU in ihrem derzeitigen Zustand ist weit davon entfernt, eine Wertegemeinschaft auf christlicher Grundlage zu sein. Ein verbindliches Ethos, eine "Seele Europas ", von der der heilige Papst Johannes Paul II. einmal gesprochen hat, suchen wir vergebens.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Prof. Dr. Münch war von 1984-1990 Mitglied des Europäischen Parlaments und von 1991-1993 Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt.