Das Leben in einem neurodivergenten Familiensystem ist anspruchsvoll, anders und herausfordernd. Bei immer mehr Kindern wird aktuell eine Neurodivergenz* diagnostiziert. Häufig erhalten im Nachgang auch ihre Eltern bzw. ein Elternteil eine entsprechende Diagnose. Die Auseinandersetzung mit Neurodivergenz ist gesellschaftlich hochrelevant, weil sie zentrale Fragen von Teilhabe, Gerechtigkeit, Bildung, Gesundheit, Arbeit und sozialem Zusammenleben berührt. Aktuelle Forschung und gesellschaftliche Entwicklungen zeigen, wie wichtig dieses Thema geworden ist.
In herkömmlichen Lernräumen müssen neurodivergente Menschen oft maskieren, kompensieren, soziale oder sensorische Überforderung regulieren, sich anpassen, statt zu lernen. Neurodivergente Veranstaltungen verfolgen das Ziel, dass Menschen sich sicher fühlen, nicht maskieren müssen, ihr Gehirn so nutzen dürfen, wie es funktioniert, mit weniger Stress und mehr Freude lernen. Genau hier setzten die Bildungsveranstaltungen dieses Projektes an. In unterschiedlichen Formaten die sowohl online als auch in Präsenz stattfinden gibt es Angebote für verschiedene Zielgruppen, die mit dem Thema Neurodivergenz in Berührung kommen:
- Eltern stehen vor vielen Fragen und zweifeln häufig an ihrer elterlichen Erziehungskompetenz. Eine Erschöpfung des familiären Systems ist nicht selten die Folge.
- Auch die Kinder stehen vor spezifischen und zusätzlichen Herausforderungen: Schule, Peers und das Verhältnis zu den Familienmitgliedern- häufig konfliktär und „anders“.
- Auch Fachkräfte sind ein relevanter Teil des Systems, häufig ohne hinreichende Informationen zum Thema und ohne Handlungssicherheit im Umgang mit Neurodivergenz.
Dieses Projekt soll Verständnis schaffen, Verbindung herstellen, begleiten und unterstützen.
* Neurodivergenz beschreibt eine von der gesellschaftlichen Norm (neurotypisch) abweichende Funktionsweise des Gehirns, Reizverarbeitung und Wahrnehmung, die als natürliche Variante menschlicher kognitiver Strukturen verstanden wird. Sie ist keine Krankheit, sondern umfasst angeborene neurologische Unterschiede wie ADHS, Autismus-Spektrum-Störung, Hochbegabung oder Hochsensibilität, oft begleitet von besonderen Stärken, aber auch Herausforderungen.
Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch die Stiftung „Bildung ist Zukunft“ des Erzbistums Paderborn.